2015 wird Schicksalsjahr für den Förderverein

Stall vor den ArbeitenFast genau zehn Jahre nach der ersten Rettungsaktion für die vom Verfall bedrohten Gebäude der Horstmühle durch die Gründungsväter des jetzigen Fördervereins im Jahr 2005 wird im Rathaus Baruth über die Zukunft des historischen Baudenkmals Horstmühle und mit ihm auch über die des Vereins befunden.

Nach der rechtswirksamen Abweisung der Solm’schen Restitutionsansprüche durch das Bundesverwaltungsgericht Leipzig am 4. Juli 2014 hatte der Vereinsvorstand Mitte September sowohl mit der Stadt Baruth als auch mit der Gemeinde Nuthe-Urstromtal als „neue“ Eigentümer der beiden Baudenkmale Horstmühle und Altes Forsthaus Lynow Verhandlungen über die Fortführungen der bisherigen Nutzung durch den Verein und die Allgemeinheit geführt.

Für das alte Forsthaus in Lynow ging es vor allem darum, dass die zur Liegenschaft gehörenden Freiflächen hinter den Gebäuden an der Straße im Falle eines möglichen Eigentümerwechsels wie bisher durch die Einwohner und die Schlepperfreunde weiterhin genutzt werden könnten.

Nur wenige Wochen später löste Gemeindebürgermeisterin Monika Nestler in weiser demokratischer Tradition ihre Zusage ein.

In einer gut besuchten Bürgerversammlung im Lynower „Dorfgemeinschaftshaus“ Oscar-Barnack- Museum wurde unter ihrer Versammlungsleitung nicht nur der gebürtige Lynower Heinz Kroll mit großer Mehrheit für das vakante Amt des Ortsvorstehers nominiert, sondern die Bürgermeisterin sicherte auch zu, dass eine Veräußerung des Forsthauses nicht geplant sei und dass das Freigelände wie bisher von den Einwohnern und Schlepperfreunden als Festplatz genutzt werden könne, als Eigentum des Volkes sozusagen.

Der Ausbau des Forsthauses als Dorfgemeinschaftshaus sei z. Zt. nicht finanzierbar, man behalte es aber weiter im Auge. Für die Horstmühle scheint allerdings die Vereinbarung zwischen dem Vereinsvorstand und Bürgermeister Ilk vom 15. September nach Meldungen über einen bereits vorgesehenen Verkauf an einen privaten Kaufinteressenten einseitig hinfällig geworden zu sein.

Die Verabredung im Baruther Rathaus sah ein Mitgliedervotum über einen Horstmühlenvertrag mit der Stadt Baruth auf der turnusgemäßen Jahreshauptversammlung des Vereins im März 2015 vor. Danach könne es dann zu einer Weiterführung der jetzigen Vereinbarung oder aber zu einer ganz andersartigen Regelung der Nutzungsverhältnisse kommen.

Sowohl der Vereinsvorstand als auch weite Teile der Öffentlichkeit sind allerdings der Ansicht, dass die Horstmühle als beliebtes Ausflugsziel und gerne besuchter Veranstaltungsort auf keinen Fall privatisiert werden dürfte, sondern der Allgemeinheit erhalten und damit in öffentlicher Hand bleiben muss. Ungeachtet dieser Ungereimtheiten werden sowohl bei den Horstmüllern als auch den Schlepperfreunden die Veranstaltungsplanungen für das kommende Jahr fortgeführt.

Das ursprünglich wieder für Pfingsten vorgesehene Schleppertreffen wird wegen der Konfirmationen und Jugendweihen an diesem Wochenende um eine Woche auf den 16. Mai 2015 vorverlegt. Unverändert bleibt der Gästeempfang mit Führungen, einer Fotodokumentation und Bewirtung zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag an der Horstmühle.

In der Hoffnung, dass hier weise kommunalpolitische Entscheidungen der lokalen Bürgervertreter mit Verantwortungsbewusstsein für die historischen Baudenkmale der Heimat das Gemeinwohl vor die Interessen Einzelner stellen werden, wünscht der Vorstand des Fördervereins Horstmühle mit Dank für die ehrenamtlich geleistete Arbeit seinen Mitgliedern sowie allen Förderern und Freunden des Vereins eine besinnliche und friedliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr 2015.

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